Neuartige Oberflächen – EU-Förderung für Saar-Lor-Lux-Verbund

11. Oktober 2019


Manche Werkstoffoberflächen müssen besonders glatt sein, etwa wenn ein Bauteil in einem Lager rotiert. Andere Werkstoffe wie zum Beispiel Elektrokontakte in einer vibrierenden Maschine sollen zuverlässig aneinanderhaften. Und weitere Werkstoffe benötigen spezielle Beschichtungen, damit sie elektrisch leitfähig werden oder auch hart genug sind. Die dafür nötige Oberflächenbehandlung stößt bei komplex geformten 3D-Objekten aber häufig an Grenzen. Dies soll nun ein Forschungsprojekt ändern, das durch das europäische Interreg-Programm mit 2,1 Mio. € gefördert wird. Beteiligt sind Materialwissenschaftler von mehreren Universitäten, Forschungsinstituten und Unternehmen in der Großregion.

Bei vielen technischen Anwendungen werden heute die Materialoberflächen beschichtet und strukturiert, um ihnen bestimmte Eigenschaften zu verpassen. Solarthermische Oberflächen etwa sollen besonders viel Licht absorbieren, im Fahrzeug- und Maschinenbau will man Energieverluste vermeiden, die häufig durch Reibung entstehen. „Mit der sog. Laserinterferenz-Technologie können wir auf allen möglichen Oberflächen äußerst präzise Muster in der Größenordnung von wenigen Mikro- bis Nanometern erzeugen. Das Laserlicht wirkt mit extremer Hitze sehr punktuell auf die Oberfläche ein. Wir können auf einem Zehntel Haaresbreite praktisch alle Metalle schmelzen. Direkt daneben, also etwa fünf Tausendstel Millimeter weiter, bleibt das Material unverändert“, sagte Frank Mücklich, Professor für Funktionswerkstoffe an der Saar-Universität.

Diese Laserinterferenz-Technologie wurde von den Saarbrücker Forschern entwickelt und so optimiert, dass sie jetzt auch im industriellen Maßstab in den Produktionsprozess integriert werden kann, um größere Werkstücke in hoher Stückzahl schnell, präzise und auch preiswert zu bearbeiten. Sie soll nun mit einer Plasmabeschichtungstechnik kombiniert werden, die im Team von Professor Pierson an der Université de Lorraine in Nancy entwickelt wurde. „Wir haben hier in der Großregion – also im Saarland, Lothringen, Luxemburg und Belgien – eine vielfältige Kompetenz in der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik und ergänzen uns von der Grundlagenforschung über den Bau von Prototypen bis hin zur industriellen Anwendung. Die neuen Verfahren können zudem auch für kleinere und mittlere Unternehmen in der Großregion interessant werden, die meist nur kleinere Stückzahlen produzieren“, so Frank Mücklich.

(Quelle: idw-online.de/de/ news719605)


v.l.n.r: Bürgermeister Jochen Kuttler, Thomas Simon (Geschäftsführer CQLT SaarGummi Deutschland GmbH), Zoran Janjuz (techn.-gewerbl. Ausbildungsleiter SaarGummi Büschfeld), Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, Frank Wagner, Martin Rosar (Gesamtbereichsleiter Produktion SaarGummi Büschfeld), Hardy Kuhn (Leitung Industrial Engineering SaarGummi Büschfeld)