Große Resonanz und Relevanz beim Thema der Laborgespräche „Metalle verstehen und designen“

6. Juni 2017


Dass das ausgesuchte Thema am Puls der Zeit war, bewies die große Zahl der Anmeldung bei den Laborgesprächen an der Universität des Saarlandes.

 

Seit vielen Jahren veranstalten saaris, KWT und FITT gemeinsam die erfolg-reiche Veranstaltungsreihe innerhalb der Initiative "Technologietransfer Saar" als Impulsgeber für die Saarwirtschaft. Zu Gast diesmal im saarländischen Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik, Material Engineering Center Saarland, das von Prof. Frank Mücklich geleitet wird.

 

Zahlreiche Vertreter großer, mittlerer und kleiner Unternehmen fanden trotz Hitze und fortgeschrittener Stunde den Weg an die Universität des Saarlandes. Gemeinsames Ziel waren die beliebten, weil Impuls gebenden Laborgespräche, die langfristig für Innovationen und damit Konkurrenzfähigkeit saarländischer Unternehmen führen.

 

Neue Forschungsergebnisse für innovative Unternehmen

 

Diesmal traf sich die Community im Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik, Material Engineering Center Saarland. Hier werden neue Materialien und Oberflächen entwickelt und erforscht.

 

Prof. Frank Mücklich stellte gemeinsam mit seiner Arbeitsgruppe bei den Laborgesprächen: „Metalle verstehen und designen" die anwendungsnahen Forschungsergebnisse und neueste relevante Technologien vor. Dass das gewählte Thema brandaktuell ist,  zeigte die Präsenz der Teilnehmer. Nahezu alle saarländischen Industrieunternehmen mit eigenen Entwicklungskapazitäten waren an diesem Abend Vorort.

 

Der Einsatz von Materialien mit funktionellen Eigenschaften und intelligenten Mehrwerten gewinnt in der Industrie zunehmend an Bedeutung. Durch eine gezielte Oberflächenveränderung können das Verhalten bezüglich Reibung und Verschleiß, sowie die elektrischen, magnetischen und optischen Eigenschaften effektiv und maßgeschneidert verändert werden. Es entstehen innovative Lösungen, mit denen bereits heute in zahlreichen Branchen Wertschöpfung erzielt wird. So interessierten sich viele der Anwesenden für die neuen Werkstoffe und ihre Möglichkeiten. Christopher Funke, Produktionsingenieur und Assistent der Geschäftsführung bei der GLS GmbH in Gersheim, weiß, dass es immer wieder neue Themen und Fragestellungen gibt, bei denen sich Kooperationen mit der Forschung anbieten. Das Thema ist für ihn sehr interessant: „Ich hoffe heute auf breite neue Eindrücke“.

 

Gezielte Werkstoffanalyse: Neue Methoden der Gefügeanalyse

 

Diese bekam er denn auch in zwei Fachvorträgen. Dipl. Ing. Dominik Britz aus der Arbeitsgruppe Mücklich präsentierte anschaulich den Weg, wie die innere Struktur eines Werkstoffes mit Hilfe einer modernen Methode der Gefügeanalyse gezielt verändert werden kann: Präparation des Materials, Kontrastierung für die Sichtbarmachung der inneren Struktur, Bildanalysen  und Klassifizierung sind dabei die Schlagworte. „Mit Hilfe der Informatik schafft es die Technologie, das Material systematisch auszulesen und Auskunft über komplexe Gefügeklassifizierungen zu geben. Und als Top gibt es mittlerweile 3D - Tomographien im Mykro- und Nanometerbereich.“ Damit sei nun eine gezielte Werkstoffentwicklung für fast alle Größenordnungen in greifbarer Nähe.

 

Jahrhundert des Lasers: „Die Lasertechnologie lässt sich perfekt in die automatisierte Produktion einbauen und das in immer gleichbleibender Qualität“.

 

Über den Laser als Werkzeug für maßgeschneiderte Werkzeuge sprach im Anschluss Dipl.-Ing. Leander Reinert. „Je nach Funktion kann jede Oberfläche mit Hilfe eines Lasers mit einem optimalen mikroskopischen „Oberflächen-Muster“ versehen werden und damit die jeweilige Funktion optimal erfüllen“. Das Instrument hierfür ist die das „Direct Laser Interference Pattern, DILP“, für das die Arbeitsgruppe Mücklich vor kurzem mit dem renommierten Berthold-Leibinger-Innovationspreis ausgezeichnet wurde. Es handelt sich um eine  „High-Speed-Laserstrukturtechnik“, die bereits in der technischen Anwendung umgesetzt wird. „Im Automobilbereich erreichen wir bei den elektrischen Verbindungen deutlich höhere Zuverlässigkeit, eine Reduzierung der Reibung und des Verschleißes sowie eine Verbesserung des hohen elektrischen Widerstands. Entwickelt wird gerade eine Pilotanlage bei einem Premium-Automobilhersteller. Wenn alles klappt, kann die Produktion etwa 2021 beginnen“. In der Medizintechnik wird bei Zahnimplantaten bereits mit der DILP gearbeitet. Hier sorgt eine kontrollierte Zelladhäsion für eine Steigerung des Zellwachstums um 30%. Dadurch können durch den Einsatz von DILP Zeit und Kosten gespart werden. Der Wissenschaftler geht in seinen Prognosen noch weiter und könnte sich vorstellen, dass das 21. Jahrhundert das Jahrhundert des Lasers wird. Denn: „Die Lasertechnologie lässt sich perfekt in die automatisierte Produktion einbauen und das in immer gleichbleibender Qualität“. Und genau das benötigen die Zukunftstechnologien.

 

MECS unterstützt saarländische Unternehmen bei technologischer Weiterentwicklung

 

Die Innovationen sollen nun in die betriebliche Praxis transferiert werden. Prof. Mücklich, der hierfür das Material Engineering Center Saarland, MECS, ins Leben gerufen hat, ermuntert die saarländischen Unternehmen frühzeitig den Kontakt zu suchen und gemeinsam Kooperationen zu entwickeln: „Wir haben herausgefunden, dass für unsere Art zu agieren, der Erstkontakt nach dem Kennenlernen am besten über kleinere Machbarkeitsstudien vertrauensvoll aufgebaut werden kann. Damit lernen wir rasch und ohne viel bürokratischen Aufwand, ob, und wenn ja wie, wir mit unseren speziellen Kompetenzen der jeweiligen Firma helfen können und welchen Aufwand das bedeutet. Unsere danach folgenden Angebote versprechen dann niemals zu viel, sondern sind maßgeschneidert für die jeweilige Problemlösung. Hier ist räumliche Nähe ein Vorteil und nicht selten übergeben wir dann unser spezielles Know How sogar im wahrsten Sinne „persönlich“, wenn die Firma nämlich durch die Kooperation bei uns einen engagierten neuen Mitarbeiter oder eine neue Mitarbeiterin gewonnen hat“.

 

 

 

Das Erfolgsrezept „Laborgespräche“ geht weiter! Die nächsten sind bereits in der Vorbereitung.