FORUM 3D-DRUCK Saarwirtschaft - Neues Format vernetzt Unternehmen und unterstützt die innovative Technologie

In einem neuen Veranstaltungsformat startete das „FORUM 3D-DRUCK Saarwirtschaft“ vor kurzem live aus dem East-Side-Fab mit einem digitalen Kick-Off. Das Forum, gemeinsam organisiert von automotive.saarland und dem saarländischen Wirtschaftsministerium, hat das Ziel, einen regelmäßigen Austausch von Kompetenzen, Wissen und Ideen zwischen den Akteuren anzustoßen sowie die tatsächliche Anwendung von 3D-Druck/additiver Fertigung zu unterstützen und voranzubringen.

 

2. März 2021


Innovative Lösungen und neue Möglichkeit für saarländische Unternehmen

„Auf unserem 2020 durchgeführten 3D-Druck Symposium „Additive Fertigung im Fahrzeugbau“ haben Unternehmen wie AUDI, Schaeffler und ZF konkrete Praxisbeispiele gezeigt. Von den damals Vortragenden und Teilnehmern kam der Aufruf zur stärkeren Vernetzung. Die Idee zum FORUM 3D-DRUCK Saarwirtschaft war geboren und wird jetzt zusammen mit dem Wirtschaftsministerium umgesetzt“, so Dr. Pascal Strobel, Leiter des Branchennetzwerkes automotive.saarland. Beim Start waren über 160 Teilnehmer live dabei: „Der 3D-Druck ist für das Saarland, gerade auch in der sich wandelnden Automobilindustrie, eine große Chance, die wir unbedingt nutzen möchten“, so Strobel.

Einsatzgebiete: Industrie, Medizin, Lebensmitteltechnik

Additive Fertigung findet in vielen Branchen zunehmend ihre Einsatzgebiete. Saarländische Vorreiter in Industrie und Forschung haben bereits Erfahrungen gesammelt. Immer mehr Einsatzgebiete finden sich in der digitalen Produktgestaltung, dem formgebenden Prototypenbau oder bei Kleinserien im industriellen Einsatz. Mit dem sogenannten Bio-Printing und durch Verwendung neuer druckfähiger Materialien, etwa Holz- oder Zellstrukturen, entstehen auch in der Medizin- oder Lebensmitteltechnik völlig neue, nachhaltige und umweltfreundliche Möglichkeiten. „Wir wollen die saarländische Wirtschaft motivieren, das Potenzial zu erkennen, die Chance zu ergreifen und davon zu profitieren“, so die Organisatoren. Gleichzeitig entstünden durch die zunehmende Digitalisierung und die sich schnell wandelnden Herausforderungen in Markt- und Produktstrukturen große Chancen für Unternehmen: Neue Geschäftsmodelle, Bereitstellung von Nischenlösungen oder Neugründungen junger Unternehmen.

Regionale und überregionale Ansätze von Anwendern und Experten


In dem neuen FORUM 3D-DRUCK können sich Unternehmen, Forschende und Interessierte zukünftig mehrmals pro Jahr austauschen, vernetzen und im Idealfall neue Kooperationen anstoßen. Unterstützt werden sie dabei von Vorträgen und Präsentationen ausgewiesener Experten zu hochaktuellen Themen. Bei der Kickoff-Veranstaltung gab Dr. Marc Hippler vom Karlsruher Institut für Technologie Einblicke in aktuelle Forschungsthemen zum NANO 3D-Druck u.a. in Zellbiologie und Soft-Robotics. Beispiele waren die Herstellung von Mikro- und Nanostrukturen für Kleinstanwendungen z.B. in der Elektrotechnik (Drucken von Schaltkreisen in Chips) oder neuartige druckfähige Materialien.

Das Institut für Neue Materialien (INM) in Saarbrücken arbeitet an der Nutzbarmachung neuer Werkstoffeigenschaften für industrielle Anwendungen wie beispielsweise im 3D-Druck und präsentierte erste Beispiele. Mit diesen Materialien können neben Beschichtungen auch thermoplastische Kompaktwerkstoffe erzeugt werden, wobei schwermetallfreier Korrosionsschutz, Reibungskontrolle, antimikrobielle Wirkung und transparente, abriebfeste Gasdiffusionsbarrieren im Fokus der Entwicklung stehen.

Best-Practise-Beispiele von Vorreitern

In der Produktion von ZF ist 3D-Druck bereits etabliert: „Die Vorteile überzeugten. Seien es kleine Werkzeuge oder Vorrichtungen, Greiferbacken oder Werkstückträger in der Fertigung. In verschiedenen Produktionsbereichen bei ZF werden heute bereits vielfach (und zunehmend mehr) „selbstgedruckte Teile“ eingesetzt. Vorteile entstehen meist in der Verkürzung von Prozessschritten, Steigerung der Qualität oder größere Flexibilität in der schnellen Bereitstellung von Lösungen.

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft, htw, stellte in ihrer Präsentation die These auf: Nicht alles was technisch machbar ist, ist auch wirtschaftlich. Zunehmend wichtig werde die interdisziplinäre Qualifizierung der Mitarbeiter in Unternehmen und der Nachwuchs-Ingenieure während ihrer Ausbildung.

Entscheidende Vorteile im globalen Wettbewerb durch Innovationskultur

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sieht die starke saarländische Produktionswirtschaft und eine vielversprechende Forschungslandschaft als gute Kombination für eine Zukunftsgestaltung: „Um unsere Marktposition zu sichern, brauchen wir eine Innovationskultur, die uns im globalen Wettbewerb entscheidende Vorteile verschafft. Das Potential neuer Technologien zu kennen und die Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen zu nutzen, ist somit von weitreichender Bedeutung“.

Inhalte kommen von den Teilnehmern


Das nächste FORUM 3D-DRUCK wird im Sommer stattfinden. Deren Inhalte wurden von den Teilnehmern festgelegt und werden nun von den Organisatoren vorbereitet. Der genaue Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.